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  • Martin Harb-Nieniewski

Textvielfalt – Schreibvielfalt – Lesevielfalt (23.1.2021)


Vielfalt statt Einfalt

Seit knapp zweieinhalb Jahren liest, korrigiert und optimiert SCRIBENDO nun bereits eure Texte. Nach Millionen gelesener Zeichen und tausenden optimierten Seiten blicken wir auf eine wunderbare Textvielfalt, Schreibvielfalt und – aus unserer Perspektive – großartige Lesevielfalt. Hinsichtlich der uns anvertrauten Texte ist bezüglich der Fachbereiche zwar eine zarte Tendenz in Richtung Rechtswissenschaften, Pädagogik sowie diverser Lehramts-Fächer erkennbar, aber echte Schwerpunkte haben sich bisher nicht ergeben. Dieser Umstand führt zu einer großartigen thematischen und fachlichen Vielfalt eurer Texte – egal ob in Bachelorarbeiten, Diplomarbeiten, VWAs oder Masterarbeiten.


Vermeintliche Langeweiler, persönliche Favoriten und Überraschungen

Persönliche Favoriten hat natürlich jede/r Lektor/in. Diese Favoriten ergeben sich auf den ersten Blick zwar durch die eigene Studienrichtung (z. B. in meinem Fall die Geschichtswissenschaft), aber so einfach ist die Sache dann doch nicht: Gerade Themen, zu denen man auf den ersten Blick thematisch eher schwer Zugang findet, stellen sich im Verlauf des Lektorats häufig als hochinteressant, extrem lehrreich, spannend und damit als "Lese-Volltreffer" heraus. In diesem Zusammenhang fallen mir spontan auch ein paar Arbeiten der letzten zweieinhalb Jahre ein: Eine Arbeit zum Thema "Urban Gardening" erschien anfangs schwer greifbar und ich fragte mich, welchen Mehrwert der Text bieten sollte. Ich hatte mich geirrt: Der Text war gut, das Thema in hohem Maße relevant und die Forderungen auf den Punkt.

Ein weiterer Text, der mir in Erinnerung geblieben ist, stammte aus dem Fachbereich "Finanzrecht" – zu Beginn fürchtet man sich häufig vor derlei Texten, da die Fragestellungen und Ausführungen meist extrem trocken und die Eigenheit von JUS-Texten generell nicht gerade leseförderlich sind. Auch hier hatte ich mich geirrt: Der Text war vollgepackt mit Informationen zum Steuerrecht, die einen selbst direkt bzw. zumindest indirekt betreffen und ich konnte Dinge erfahren, von deren Existenz ich davor noch gar nicht gewusst hatte ;-)


Im Gegensatz dazu gibt es dann auch jene Texte, bei deren Titel man sich bereits richtig auf das Lesen und Lektorieren freut. In meinem Fall sind dies vor allem Themen aus dem Bereich der Zeitgeschichte oder Themen, die für den Berufsalltag als Lehrperson relevant erscheinen. Auch hier fallen mir spontan ein paar Texte ein, von denen ich euch berichten möchte: Eine Arbeit beschäftigte sich mit den innerfamiliären "Auswirkungen von Alkoholismus" und war nicht nur hochinteressant, sondern teilweise auch schockierend. Ein anderer Text, der auch als Buch veröffentlicht wurde, behandelte "Methoden der Mitarbeiterführung junger MitarbeiterInnen". Dieser Text bot zahlreiche gute Fallbeispiele und Handlungsanweisungen für die Führung junger Menschen – sehr brauchbar für die Schule. Und letztlich ist mir noch ein Text besonders in Erinnerung geblieben: Eine Masterarbeit aus dem Fachbereich Geographie, die sich mit der Zunahme von Extremwetterereignissen vor dem Hintergrund des Klimawandels beschäftigte. Ein sehr spannendes Thema, das gut umgesetzt wurde und ein Text, bei dem ich sehr viel Spannendes erfahren konnte.


Was bleibt als Zwischenfazit nach so vielen Texten und Themen also?

Die Erkenntnis, dass der Job des Lektors/der Lektorin eine ähnlich bereichernde Aufgabe wie die einer Lehrperson ist: Man beschäftigt sich immer wieder mit neuen Themen, muss sich neu informieren und eigene Vorannahmen überdenken oder revidieren. Man ist teilweise mit Themen konfrontiert, die man vorher gar nicht am eigenen Interessensradar gehabt hätte und die sich letztlich als sehr bereichernd herausstellen.


Bleibt interessiert und kritisch!


Liebe Grüße

Martin :-)

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